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Jahr für Jahr für Jahr...

Jahreszeiten und ErdrevolutionDie Jahreszeiten entstehen durch die wechselnde gegenseitige Stellung von Erde und Sonne. Auf ihrer scheinbaren Bahn in der Ekliptik überquert die Sonne um den 20/21. März den Himmelsäquator in Richtung nördliche Hemisphäre, wir sprechen vom Frühlingsbeginn. Wenn sie ihren größten nördlichen Abstand vom Himmelsäquator erreicht hat – ca. 23.5°, das ist meist um den 20/21. Juni – beginnt der Sommer. Sie wandert weiter auf der Ekliptik zum Herbstpunkt um den 22/23. September und überschreitet ihn in Richtung negativer Deklinationswerte, also auf die Südhemisphäre. Schließlich erreicht sie am Winterbeginn ihren (von der Nordhalbkugel betrachteten) Tiefststand, ca. um den 21/22 Dezember. Das Spiel beginnt von vorne. Da die Erdbahn um die Sonne nicht kreisförmig sondern elliptisch ist, bewegt sich die Sonne unterschiedlich schnell, gemäß dem 2. Kepler'schen Gesetz. Daher ist die Dauer der Jahreszeiten auch verschieden. Die Punkte S und W in der Skizze werden Solstitien genannt, S ist das Sommersolstitium (Sommersonnenwende) und W das Wintersolstitium (Wintersonnenwende). Die Punkte F (gleichzeitig Frühlingspunkt) und H heißen hingegen Äquinoktien, was Tag-Nacht-Gleiche bedeutet. Die "Schiefe der Ekliptik" kommt dadurch zustande, dass der Erdachse nicht senkrecht auf die Ekliptikebene steht (und damit die Himmeläquator-Ebene nicht mit der Ekliptikebene zusammenfällt), sondern um etwa 23.5° dazu geneigt ist (Skizze siehe auch Himmelskugel).

Die Dauer der Jahreszeiten im Einzelnen

Jahreszeiten   Dauer auf der Nordhalbkugel
(in etwa)
    Dauer auf der Südhalbkugel
(in etwa)
 
Frühling   92d22h 186d12h   89d17h 178d18h
Sommer   93d14h 89d1h
Herbst   89d17h 178d18h   92d22h 186d12h
Winter   89d1h 93d14h
Quelle [9] und [10]

Ekliptik und HimmelsäquatorDer Zeitraum Frühling-Herbst ist also beinahe 8 Tage länger als der Zeitraum Herbst-Frühling. In der Skizze ist ebenfalls gekennzeichnet, dass der Frühlingspunkt nicht im Raum fixiert ist, sondern sich mit ca . 50.4'' pro Jahr entgegen der Richtung der Sonne, also rückläufig, auf der Ekliptik weiterbewegt. Dies ist auf die Präzession der Erdachse zurückzuführen. Und auch die Apsidenlinie – die Verbindungslinie Perihel/Aphel – dreht sich langsam rechtläufig, wie bereits bei Koordinatensysteme/Ekliptik beschrieben wurde. Es ist zwar zeichnerisch wegen der tatsächlichen Längen der Strecken schlecht darzustellen, aber man sollte sehen, dass die Solstitien nicht mit dem sonnennächsten/-fernsten Punkten Perihel/Aphel zusammenfallen.

Wir fassen mal zusammen:

Von "außen" gesehen ergibt sich diese Sicht wie im Bild rechts. Blau gezeichnet der Himmelsäquator als gedachte Projektion des Erdäquators an die Himmelskugel, die aufgespannte Äquatorebene ist angedeutet. Die wahre Sonne wandert entlang der Ekliptik in Pfeilrichtung, ihre größte Entfernung sei im Punkt A (Aphel), kleinste in P (Perihel), Höchststand im Punkt S, Tiefststand im Punkt W. Dies alles gilt für die Nordhalbkugel der Erde. Die Schiefe der Ekliptik betrug im Jahr 2000 etwa 23°26'21''.448 oder im Dezimalwert 23°.4393. 'Höchststand' bedeutet hier nicht der höchste Stand am Himmel am Beobachtungsort, sondern die größte nördliche Deklination der Sonne. Analog meint ''Tiefststand'' die größte südliche Deklination der Sonne.

Da sich kein Bezugspunkt tatsächlich "in Ruhe" befindet, erhält man für die Länge eines Jahres entsprechend unterschiedliche Werte, je nachdem, worauf man sich bezieht:

Tropisches Jahr

Das ist der Zeitraum, in der die mittlere Länge der Sonne in bezug auf den (dynamischen) Frühlingspunkt um 360° zunimmt: 365d 5h 48m 45.261s = 365.242190517d mittlere Sonnenzeit (im Jahr 2000). Das tropische Jahr bestimmt die Jahreszeiten, ihm ist der Kalender angepasst.
Oder: Das Intervall zweier aufeinander folgender Durchgänge der mittleren Sonne durch den mittleren Frühlingspunkt des Datums. [Quelle: [34], S. 366)

Siderisches Jahr Der Umlauf von Fixstern zu Fixstern; etwa um 20m länger als das tropische Jahr, da der Frühlingspunkt weiter wandert (Präzession): 365d 6h 9m 10s = 365.256363d
Anomalistisches Jahr Umlauf von Perihel (Sonnennähe) zu Perihel. Die Bahnellipse der Erde ist ja ebenfalls nicht raumfest: 365d 6h 13m 53s = 365.259636d
Julianisches Jahr benannt nach Cäsar (46 v.Chr.), alle 4 Jahre ein Schaltjahr: 365d 6h = 365.25d . Das ist 11m länger als das tropische Jahr, im 16. Jhdt. betrug der Fehler bereits 10 Tage. Papst Gregor XIII verfügte, dass auf den 4. Oktober 1582 sofort der 15. Oktober folgen sollte (Gregorianische Kalenderreform).
Gregorianisches Jahr Die Schaltregel wurde neu modifiziert: Volle hundert Jahre sind keine Schaltjahre, mit Ausnahme aller durch 400 teilbaren (z.B. 2000), also:
365d + (1/4)d - (3/400)d = 365d 5h 49m 12s = 365.2425d
Das ist noch immer um 0.00031 Tage oder 26s zu lang, aber erst ca. ab dem Jahre 7200 wird der Fehler auf 1 Tag angewachsen sein.[1]

[1] Anmerkung: Hier verfällt man gerne auf folgenden Fehler: Die Länge des gregorianischen Jahres ist 365.2425 Tage, jene des Tropischen Jahres 365.242190517 Tage (J2000). Die Differenz ist 0.000309483 Tage oder 26.74 Sekunden. Daher ist der Kalender im Jahre (1/0.000309483)=3231 um einen Tag daneben.
Diese Betrachtungsweise ist jedoch nicht korrekt, wie man in [34] Seite 357 ff. nachlesen kann. Das Tropische Jahr ist genau genommen nicht konstant, und die Rotation der Erde verlangsamt sich, zwar langsam, aber stetig. Eine detaillierte Erklärung dieses Umstandes übersteigt zunächst einmal den "Einsteiger-Charakter" dieser Webseiten.

 

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