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Hier ein kurzes Beispiel zum Thema "Kreisbahn um einen Zentralkörper". Ziel ist natürlich, die entsprechenden Daten zu ermitteln, wenn man die Erde als Zentralkörper hernimmt, in deren Schwerefeld sich ein Satellit auf einer Kreisbahn bewegen soll. Wichtig ist hier folgende Vereinfachung: Die Masse des Satelliten sei eine "Punktmasse" und im Vergleich zum Zentralkörper vernachlässigbar klein. Natürlich werden weitere Idealisierungen vorausgesetzt, z.B. dass der Zentralkörper "homogen" ist, usw.

Also, wir haben:

 

BEISPIEL

Kreisbahn eines Satelliten

m0.....Masse des Zentralkörpers
R0.....Radius des Zentralkörpers
g0.....Beschleuigung an der Oberfläche des Zentralkörpers
S......Satellit, der den Zentralkörper auf einer Kreisbahn umrundet, Masse m
r, r0.....Radius der Satellitenbahn vom Mittelpunkt gemessen
Fg.....Kraft, mit der der Satellit vom Zentralkörper angezogen wird
s......Wegkoordinate

Am besten nimmt man hier die "natürlichen" Koordinaten, das ist jenes Koordinatensystem mit Ursprung im Satelliten. Wir setzen uns also in den Satelliten und werden samt Koordinatensystem mitbewegt. Der Satellit soll sich also auf einer Kreisbahn r=konstant=r0 um den Zentralkörper bewegen.

 

Schreiben wir die Bewegungsgleichungen (F=m·a, mit a=s.., v=s.) tangential und radial mal an:
Kräfte in Richtung der Bewegung (Koordinate s, tangential) gibt es keine

Glg01

Kräfte in Richtung r (normal zur Bewegung, Zentripetalkraft zum Zentrum und Zentrifugalkraft vom Zentrum weg gerichtet ) ergibt

Glg02

Aus 1) folgt, das wir in Bewegungsrichtung s keine Beschleunigung haben, wie auch, die Kreisbewegung ist ja gleichförmig, immer in der selben Geschwindigkeit. Daher folgt mit

Glg03

eine konstante Kreisbahngeschwindigkeit.
In Gleichung 2) wurde die Komponente normal zur Kreisbahn mit der Gravitationskraft Fg (zum Mittelpunkt gerichtet) gleich gesetzt. Die Zentrifugalkraft wird ja bekanntlich mit

Glg04

ermittelt, mit m der Masse des Körpers, v der Kreisbahngeschwindigkeit und r dem Bahnradius, der ja hier ebenfalls konstant ist (Kreis). Die gravitative Kraft wäre auf der Oberfläche des Zentralkörpers =mg0 und nimmt laut Newton'schen Gesetz nach außen hin mit dem Quadrat der Entfernung ab, ist also in der Entfernung r gleich

Glg05

Gleichsetzen der Fliehkraft mit der Gravitationskraft und ausrechnen ergibt

Glg06

Diese Gleichung ergibt also einen Zusammenhang zwischen v und r. Man kann sich vorstellen, dass der Satellit quasi um den Zentralkörper "herumfällt", er wird ja zu jedem Zeitpunkt zur Mitte hin gezogen. Die Bewegung auf seiner Umlaufbahn (senkrecht zur Fallbewegung) erfolgt aber dabei "so schnell", das der freie Fall durch die Fliehkraft kompensiert wird. Salopp formuliert :)

Die kleinstmögliche Kreisbahn wäre bei r=R0 (man stelle sich "knapp über der Oberfläche" vor), die Geschwindigkeit beträgt dann

Glg07

Und die Umlaufzeit T? Jetzt kein Problem mehr. Man muss bloß den Umfang der Kreisbahn durch die Bahngeschwindigkeit dividieren:

Glg08

Schließlich können wir natürlich noch für die Erde die entsprechenden Daten einsetzen:

Glg09

Die obige Geschwindigkeit vI dieses "Nullsatelliten" wird auch als "1. kosmische Geschwindigkeit" bezeichnet.

 

Die oben stehenden Überlegungen kann man auch benutzen, um die Umlaufbahn eines geostationären Satelliten zu berechnen. Geostationär bedeutet, dass sich der Satellit konstant mit der Erde mitdreht und sich immer über dem selben Punkt der Erdoberfläche befindet. Ein dort stehender Beobachter würde den Satelliten also immer im Zenit sehen.

 

Einige grundlegende Anmerkungen für Nicht-Physiker :)

Die "gepunkteten" Größen bedeuten immer Zeitableitungen. Eine Größe mit einem Punkt ist eine einmal nach der Zeit abgeleitete Größe, eine doppelt gepunktete wird 2-mal abgeleitet, usw.

Gemeinhin wird der Weg meist mit s, die Geschwindigkeit mit v und die Beschleunigung mit a bezeichnet. Geschwindigkeit ist aber Weg/Zeit, oder anders formuliert die erste Ableitung des Weges nach der Zeit:

Geschwindigkeit

Das d bedeutet dabei sowas in der Art wie "eine kleine Änderung". Man könnte es auch so lesen: "Die Änderung des Weges mit der Zeit". Die Beschleunigung ist wiederum die Änderung der Geschwindigkeit mit der Zeit, also die erste Ableitung der Geschwindigkeit nach der Zeit:

Beschleunigung

Wie hängt der Weg und die Beschleunigung zusammen? Genau! Dieser muss dann zweimal abgeleitet nach der Zeit die Beschleunigung sein. Das schreibt man laut Konvention dann

Beschleunigung_WegBeschleunigung_Weg

Zusammengefasst:

s,v,a

Wenn sich eine Größe mit der Zeit nicht ändert, ist sie zeitlich konstant. Wenn sich z.B. die Geschwindigkeit mit der Zeit nicht ändert, d.h. dv/dt = 0 ist, ist sie eine Konstante. Konstante ergeben abgeleitet aber bekanntlich = 0, d.h. die Beschleunigung muss in diesem Fall also 0 sein.

Nach rückwärts gerechnet könnte man auch sagen:
Wenn die Beschleunigung 0 ist, muss die Geschwindigkeit konstant sein.
Wenn die Geschwindigkeit 0 ist, muss der Weg konstant sein.

 

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