| |
Die Ellipse | Beispiele
& Co. |
Eine Ellipse ist definiert
als Menge aller Punkte P, die von zwei festen Brennpunkten F1
und F2 die konstante Abstandssumme 2a haben. Der Radiusvektor r (auch 'Fahrstrahl' genannt) geht
von F1 aus und schließt mit der Horizontalen den Winkel
Also: Man nennt a die Hauptachse und b die Nebenachse. Laut Definition ist die Summe der Längen r + r2 = 2a. Das gelb hinterlegte Dreieck besteht aus den Seiten r, r2 und (2e). Die Größe e heißt auch lineare Exzentrizität[1] und gibt offensichtlich an, wie weit die Brennpunkte aus der Mitte sind. Der Cosinus-Satz im ebenen Dreieck lautet: Hier entspricht die Hypotenuse c = r2,
und die Seiten sind a = r und b = 2e, sowie Mit r + r2 = 2a folgt r2 = (2a - r) und nach Einsetzen in den Cosinus-Satz Wir lösen weiter auf und sehen, dass sich r2 sowie die Faktoren 4 wegkürzen lassen, da sie auf beiden Seiten vorkommen: Wenn man nochmal die Skizze betrachtet erkennt man das blaue rechtwinklige Dreieck mit den Seiten [a,b,e], und Pythagoras würde jetzt wohl a2=b2+e2 dazu sagen, bzw. b2=a2-e2 . Also setzen wir das ein und dividieren noch durch a, Es ist nun üblich, für den linken Ausdruck
gleich p und für (e/a) =
Wir erhalten die Polargleichung, die beschreibt, wie
der Abstand r vom Winkel Die Kegelschnitte lassen sich so elegant von einem Brennpunkt
F aus über den Winkel
[1] Anmerkung zur linearen/numerischen
Exzentrizität: e und
Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Ellipse Leider ist es in der Astronomie allerdings durchaus verbreitet, dass man sehr oft - oder praktisch immer - für die numerische Exzentrizität 'e' schreibt, was eigentlich nicht korrekt ist. Es hat wohl stilistische oder drucktechnische Gründe. Vor allem bei den Bahnelementen steht in vielen Büchern und Tabellen ein 'e' für die numerische Exzentrizität, was meiner Ansicht nach nur Verwirrung stiftet, weil e im mathematischen Sinne die lineare Exzentrizität ist, siehe obige Skizze. Manche Lehrbücher oder Formelsammlungen behelfen sich damit, für die lineare Exzentrizität einfach auf "c" auszuweichen (Siehe z.B. Bronstein [15]) und zu schreiben: b2+c2=a2 (vergleiche oben: blau-grünes Dreieck mit c=e). Bei Montenbrucks "Grundlagen der Ephemeridenrechnung" [26] ist z.B. für den Abstand F2-Mittelpunkt zu lesen: a·e , gemeint ist dabei e=numerische Exzentrizität! Wie dem auch sei, hier ein Beispiel: Die Bahnelemente des Planeten Jupiter für den 18. August 2005 lauten (bezügl. Epoche J2000):
n bezeichnet hier die tägliche Bewegung in [°] Grad und ist kein klassisches Bahnelement. Summa Summarum: Der Leser sei darauf
hingewiesen, dass bei derlei Angaben in einschlägiger Literatur also
mit e meistens die numerische Exzentrizität gemeint
ist. Die Beschreibung der Ellipse auf dieser Seite verwendet die mathematische
Sicht der Dinge, also e = lineare Exzentrizität,
|